Glücklich sein (Lesezeit 2’00“)

Sind sie gerade glücklich? Ich bin es, zumindest jetzt gerade, da ich diesen Blogbeitrag schreibe. Aber das ist nicht immer so und das war auch nicht immer so. Und als ich glaubte, mein Glück endlich in mir gefunden zu haben, da musste ich feststellen, dass es immer nur von kurzer Dauer war. Ich hatte sogar lange Zeit das Gefühl, dass mir andere mein Glück immer wieder wegnehmen. Mit der Entscheidung, für alles in meinem Leben selbst verantwortlich zu sein, war dieser Satz jedoch hinfällig. So machte ich mich abermals auf die Suche nach dem Glück.

Tipps für ein glückliches Leben, Kurse, Bücher gibt es ja genug, und selbst Coca Cola hat ein Institut für Happines geschaffen. Ja, ich wusste das auch nicht. Alles gut und schön. Doch erlauben sie mir an dieser Stelle einmal eine kluge Frage:

Haben sie jemals ein Kind gesehen, dass einen Kurs für glücklich sein belegen musste?

Müssen wir wirklich erst lernen, glücklich zu sein oder wieder lernen? Eine kleine Anekdote:

Ich habe einmal eine Ausbildung zum Lebensberater gemacht. Auf die Frage des Mentors, warum ich denn dort sei, gab ich folgende Antwort: „Ich möchte zu mehr Lebensfreude gelangen.“

Seine Antwort daraufhin: „Das haben sie jetzt aber mit dem nötigen Ernst gesagt.“ Dieser Satz ist hängen geblieben. Heute weiß ich, dass Lebensfreude und Glücklichsein nicht erlernbar sind. Das wäre in etwas so, als wenn wir erlernen müssten zu atmen.

Und in der Tat verhält es sich mit dem Atmen oft genauso. Wir atmen, weil wir atmen müssen, doch so richtig durchatmen, tun wir das noch? Die Wissenschaft sagt, dass die Ursache vieler Krankheiten auf eine Übersäuerung im Körper zurückzuführen sei, also auf einen Mangel an Sauerstoff in der Zelle.

Menschen, die vor Lebensfreude sprühen, haben keine Übersäuerung. Kinder, ich korriegiere, kleine Kinder, haben keine Übersäuerung. Geht ein zu flacher Atem etwa mit einem Mangel an Lebensfreude einher? Ich behaupte ja. Ebenso wie ich behaupte, dass wir Glück und Lebensfreude nicht erlernen müssen. Wenn überhaupt, dann müssen wir uns trauen, wieder tief durchzuamten und uns des Lebens zu freuen wie ein Kind.

Kinder bekommen übrigens auch keinen Muskelkater und das ist gut so, denn sonst hätten einige von uns das mit dem Laufen lernen sicherlich recht schnell dran gegeben.

Woran das liegt? Das erzähle ich ihnen hier auf meinem Blog. Scheibenweise, denn zuviel Glück auf einmal möchte ich Ihnen jetzt auch nicht zumuten. Für heute lade ich sie ein, einmal selbstverantwortlich über ihr Glück nachzudenken. In diesem Sinne einen Tag mit vielen Glückgefühlen und Lebensfreude pur.

Ihre Petra Claußen-Winter